Weihnachten habe ich sehr gut überstanden. Gemein war das ganze Essen, welches auf Augenhöhe stand oder an mir vorbeigetragen wurde, ohne dass ich es anrühren durfte. Echt fieeeeees und den ein oder anderen Versuch etwas zu klauen, musste ich dann einfach unternehmen.
Leider hatte ich keinen Erfolg *schnief*, aber ich habe dafür auch ganz viele leckere Sachen zu Essen bekommen. Ich hätte ja auch gerne ALLE Geschenke ausgepackt. Es waren aber leider nur drei für mich dabei. Die habe ich aber sehr vorsichtig und sorgfältig aus dem Zeitungspapier geschält. Bekommen habe ich eine neue Reflektorleine, einen riesen Rinderhautknochen und einen mit Fell umwickelten Trainingsdummy. Cool oder?!
Zu Silvester sind wir nach Münster gefahren, um uns dort mit Freunden von Miriam zu treffen.
Die Hinfahrt war für mich sehr unangenehm, weil unser Zug einen Unfall mit einem Auto hatte und wir gut 2 Stunden Verspätung hatten und ich musste so dringend Pipi und durfte erst kurz aussteigen, um mich zu erleichtern, nachdem ich den halben Zug zusammen geheult, Passagiere verärgert und Miriam im Misskredit gebracht hatte. Am Ende sind wir aber wohlbehalten in Münster angekommen. Miriams Freunde sind toll. Besonders Alex. Die hat mich immer ganz viel gekrault. Mit Sabine bin ich auch gut klar gekommen. Bei ihr habe ich zwar immer wieder versucht mich durchzusetzen, bin aber auf Granit gestoßen. Peter stand ich ziemlich neutral gegenüber. Ich habe mich an ihm zwar auch ausprobiert und hatte mehr Erfolg als bei Sabine, aber das hielt sich in Grenzen. Kenneth konnte ich am meisten ärgern, weil ihm jeder Annährungversuch misfiel, er immer hektisch und laut wurde und ich ihm sehr deutlich angemerkt habe, dass er sehr viel Respekt, wenn nicht sogar ein wenig Angst vor mir hat.
Den ersten Tag in Münster war ich sehr gestresst und aufgeregt. Nach der langen Zugfahrt, war diese neue eine ziemliche Überforderung. Um den Stress abzubauen, habe ich dann versucht alles zu Essen was ich finden konnte (Papier, Vorhänge, Erde, Zimmerplanzen, Wii-Controller...) und habe Miriam die Nacht nicht durchschlafen lassen. Von da an wurde es immer besser. Ab und an wurde ich angeleint, um wieder etwas herunter zukommen, aber im Großen und Ganzen habe ich mich im Anbetracht dieser neuen Herausforderung (andere Umgebung, neue Leute, neue Wohnung, andere Regeln, weniger Auslauf als Gewohnt) ganz gut benommen.
Es hätte alles etwas entspannter ablaufen können, wenn Miriam sich durch die anderen nicht so unter Druck gesetzt gefühlt hätte, die anderen von meiner Art nicht so genervt gewesen wären und ich mich an allem nicht so hochgeschaukelt hätte. Aber ich denke man wächst an seinen Herausforderungen und beim nächsten Mal wird es sicher besser - Habe ich Miriam jedenfalls versprochen und mir fest vorgenommen. Allerdings musste sie mir dafür versprechen sich nicht so von der Stimmung anderer beeinflussen zu lassen.
Silvester an sich habe ich auch gut gemeistert. Bei den ersten Knallern am Nachmittag habe ich mich schon ziemlich erschreckt. Draußen wollte ich wegrennen und drinnen habe ich mich unter den Tisch verkrochen, um den alle herumsaßen. Am Abend war es dann aber kein problem mehr. Ich hatte gemerkt, dass keiner der Anwesenden einen hehl aus der Sache macht und somit habe ich mich recht schnell entspannt. Als wir um Mitternacht draußen waren habe ich weder Fluchtversuche unternommen, noch die Rute eingeklemmt oder Gezittert. Entspannt war ich zwar nicht wirklich, aber wer ist das auch schon, wenn es so viel zum Gucken, Hören und Riechen gibt. Ich wusste gar nicht wo ich zu erst hinsehen sollte!
Das Einzige wovor ich an diesem Abend wirklich richtig Angst hatte, war eine Tute, in die ein Mensch reinpusten muss, damit sie einen Ton macht und eine Zunge aus papier ausrollt. Ziemlich unheimlich dieses Ding...
Unsere Rückfahrt verlief super und ereignislos. Wir hatten das Glück zwei Sitze für uns alleine zu haben. So hatte ich sehr viel Platz und habe die ganze Fahrt verschlafen.
Was habe ich mich gefreut wieder zu Hause zu sein. da ist es doch einfach am schönsten. Miriam wäre gerne noch bei den anderen geblieben, aber sie muss nun auch wieder zur Uni. :)